1. Einwand: Wir Menschen sind doch keine Kühe und essen kein Gras

1. Einwand: Wir Menschen können doch kein Gras essen – wir sind doch keine Kühe

Können Menschen wie die Kühe Gras essen

Bild: Michael Ottersbach_pixelio.de

Denn…

  • Die Kuh hat 4, der Mensch nur 1 Magen
  • Die Kuh ist ein Wiederkäuer, der Mensch aber nicht. Die Kühe haben nach dem Fressen täglich 4 bis 24 Wiederkauperioden.
  • Jeder möchte als Kind mal Gras essen, aber meistens spuckt es jeder gleich wieder aus. Nur wenige Grassorten schmecken ganz ok, zum Beispiel der Sauerampfer.  (Info dazu: Die Sauerampfer enthält neben Oxalsäure auch Mineralstoffe und große Mengen Vitamin C. Daher wird die Sauerampfer heute gerne zum Würzen in der Kräuterküche verwendet.)

Aber wer sagt denn, dass wir Menschen kein Gras essen können?

Gras essen leicht gemacht

Bild: Jörg Klemme, Hamburg_pixelio.de

Schließlich essen wir doch Rucola, Schnittlauch und Löwenzahn im Salat!

Aber Gras essen? Das kriegt man doch irgendwie nicht runter?

Das liegt an dem hohen Anteil an holzigen und harten Rohfasern im Gras. Die Rohfasern bestehen aus Zellulose. Diese machen das Gras für den Menschen unverdaulich. Bei großen Mengen kann man Magenschmerzen und Durchfall bekommen. Nicht umsonst hat eine Kuh gleich vier Mägen und kaut das Gras mehrmals durch, bevor es dann mithilfe von Bakterien endgültig verdaut werden kann.

Doch die gesunden Stoffe aus dem Gras lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen auch für den Menschen zugänglich machen!

Dies setzt allerdings eine gewisse Bearbeitung und Sortenauswahl voraus. Nicht jede Grassorte ist für den Menschen genießbar. Unbedenklich essbar und gesund sind z.B. verarbeitetes Weizengras oder verarbeitetes GerstengrasGras essen leicht gemacht.

Wie geht das im Körper denn genau? Wenn wir wirklich Gras essen würden, könnten wir die vielen Nährstoffe überhaupt verwerten?

Auf der Erde bestehen alle Pflanzen vorwiegend aus langkettigen Kohlenhydraten in Form von Glukose (Traubenzucker).

Häh? Aber dann könnten wir doch Gras essen und verdauen, genauso wie Obst und Gemüse?!     

Eben nicht, denn ausschlaggebend ist, WIE die einzelnen Traubenzucker-Moleküle verbunden sind. Entweder als sogenannte alpha-glycosidische Verbindung“ oder als beta-glycosidische Verbindung. Bei der ersten räumlichen Variante, der „alpha-Variante“, handelt es sich um Stärke. Bei der zweiten „beta“ Variante um Zellulose!

Wer in Chemie aufgepasst hat erinnert sich, dass im menschlichen Körper die Enzyme dafür zuständig sind, die langkettigen Kohlenhydrate (wie die Glukose) für die Energiegewinnung aufzuspalten. Die körpereigenen Enzyme können aber nur Stärke verdauen. Dagegen können sie Zellulose nicht aufspalten. Somit werden die Zellulose-Bestandteile unverändert wieder ausgeschieden.

Trotzdem sind diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile (Ballaststoffe) für unsere Verdauung enorm wichtig, denn sie machen den Nahrungsbrei lockerer. Außerdem regen sie die Darmperistaltik (Bewegung im Darm) an und fördern eine schnellere Ausscheidung von Giften durch die größere Wasserbindung.

Gesunde Ballaststoffe sind nicht nur im Gras, sondern auch in der Schale von Obst und Gemüse enthalten.

Im Vergleich dazu kann die Kuh mit ihrem Pansen (und den darin lebenden Mikroorganismen) die beta-Verbindungen der Kohlenhydrate aufspalten. Sie bezieht die Glukose aus der Zellulose, der Mensch aus der Stärke. Daher kann die Kuh auch von Gras leben, sie ernährt sich im Grunde ausschließlich von Ballaststoffen. Zusammengefasst sind es die Enzyme, die uns von der Kuh unterscheiden!

 

So kann man Gras essen

So kann der Mensch die Nährstoffe aus dem Gras trotzdem für sich nutzen

So können wir Gras essen!

Wenn Sie frisches Gras probieren möchten, dann sollten Sie es erst sehr klein schneiden und lange und sehr gründlich kauen. Dabei sollte möglichst viel Speichel produziert werden, damit sich das Gras besser schlucken lässt. Salzsäure und Enzyme sorgen dann für den weiteren Aufschluss der pflanzlichen Zellen. Diese setzen die Inhaltsstoffe frei und können vom Körper genutzt werden. Die restliche Zellulose aus den Pflanzenzellwänden fungiert als Ballaststoff und wird unverdaut wieder ausgeschieden.

Im Grunde ist es für uns Menschen vorteilhaft, dass wir keine Zellulose verdauen können. Denn dann würden uns die Ballaststoffe nicht mehr bei der Verdauung als Füllmaterial zu Verfügung stehen. Diese sind für die Darmgesundheit aber enorm wichtig.

Darum sollten wir einfach mal Gras essen!

Im Süßgras wie dem Weizengras oder Gerstengras wirken alle Inhaltsstoffe synergetisch. Das bedeutet, dass die Kombination der Inhaltsstoffe einen größeren Effekt bewirkt als die Summe der Einzelkomponenten. Schlicht und ergreifend sollten wir uns also lieber von der kompletten Pflanze ernähren, als einzelne Vitamine daraus zu extrahieren. Oder schlimmer noch, diese künstlich zu synthetisieren.

Wer allerdings keine Zeit und Lust auf langes Gras-Kauen und Bearbeiten hat, kann ja einfach auf Graspulver zurückgreifen. Die Pulver aus Gerstengras oder Weizengras machen Gras essen einfach, hip und im Alltag umsetzbar. Auch in der Großstadt, wenn weit und breit keine Wiese in Sicht ist.

Als Beispiel: Inhaltsstoffe der wilden Süßgräser

  • sehr viel Chloropyhll
  • viele Vitamine (A, B1, B2, B3, B5, B6, B8, C, D3, E, H, K, Carotinoide)
  • mehr als 20 Enzyme
  • nicht-essentielle und essentielle Aminosäuren (zum Muskelaufbau sehr wichtig)
  • ungesättigte Fette
  • viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink, Kalzium, Chrom, Eisen Jod, Kupfer Magnesium, Phosphor, Schwefel, Selen, Molybdän
  • Vitamin B12
  • SOD – Superoxid Dismutase

Sei gespannt – weitere Einwände und Irrtümer folgen in den nächsten Tagen!

Quellenangaben:

http://www.focus.de/familie/wissenstest/niekapiert/warum-essen-menschen-salat-aber-kein-gras-nie-kapiert_id_2118716.html

http://www.urkostmitbrigitte.de/wiki-archiv/x/180.htm

http://www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=4715

http://www.wa-aktuell.de/l/gras-als-nahrungsmittel/

Kann ein Mensch Gras essen, oder sich ausschließlich von „normalem“ Gras von der Wiese ernähren?

Wiesengras ist ein Lebenselixier

 

Bildquellenangaben:

(Frau mit Salat) Clipdealer.de

Michael Ottersbach / pixelio.de

Jörg Klemme, Hamburg  / pixelio.de

M. Großmann / pixelio.de

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