Wissenschaftliche Studien über Gerstengras

Gerstengras Studie

Gerstengras Feld

Die Studie analysiert verschiedene Verarbeitungsmethoden des Gerstengrases in Bezug auf den Erhalt bestimmter Inhaltsstoffe

In einer tschechischen Studie aus dem Jahr 2007 des Agriculture Journals wurde Gerstengras als eine potentielle Nahrungsquelle für bestimmte Vitalstoffe untersucht.

Einleitung zur Studie

Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Ernährung wurden eindeutig belegt. Falsche Ernährungsgewohnheiten und Nährstoffdefizite durch Verarbeitung, Lagerung und Kochen können zu Defiziten bei verschiedenen Vitalstoffen führen.

Eine Möglichkeit, die in der herkömmlichen Ernährung fehlenden Nährstoffe auf natürlichem Wege auszugleichen, ist die Erhöhung der Zufuhr der sogenannten „grünen Nahrungsmittel“, d.h. frische oder schonend verarbeitete Lebensmittel auf pflanzlicher Basis.

Generell zeichnen sich diese Lebensmittel durch eine höhere Dichte an Vitaminen, Provitaminen, Antioxidianzien und anderen bioaktiven Substanzen aus. Gerstengras enthält erhebliche Mengen von Kalzium, Kupfer, Eisen, Magnesium, Kalium, Zink, ß-Carotin, Folsäure, Vitamine B1, B2, B6, C und E, Superoxid Dismutase, Katalase und Chlorophyll. Allerdings hängt die Nährwertdichte und die Höhe der enthaltenen Vitalstoffe von der Bodenqualität, dem Ort des Anbaus, der Erntemethode und der durchschnittlichen fallenden Regenmenge ab. Die höchste Konzentration der Nährstoffe ist nur für einige entscheidende, wenige Tage in der Pflanze enthalten.

Nahrungsmittelergänzungen, die auf grünen Pflanzenteilen basieren, haben ihren Ursprung in Asien. In den USA sind Gerstengras-Ergänzungsmittel erhältlich. Das ist generell ausgepresster und getrockneter Gerstengrassaft, der unter streng kontrollierten Bedingungen angebaut wurde. Die in den USA und Japan durchgeführten Studien bewiesen, dass junges Gerstengras bei der Vorbeugung von Krankheiten wie Adepositas, Diabetes, Arthritis, Anämie, erhöhten Cholesterinwerten, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen und Krebs helfen kann.

Das in dieser Studie angepflanzte Gerstengras wurde u.a. auf den Inhalt von Vitamin C, Polyphenol (sekundärer Pflanzenstoff), Eiweiß, Kohlenhydrate, Aminosäuren und Ferulasäure (sekundärer Pflanzenstoff) getestet. Es wurden drei verschiedene Pflanzen an zwei verschiedenen Standorten in der Tschechoslowakei angepflanzt und daraufhin während unterschiedlicher Wachstumsphasen geerntet und verarbeitet. Die Verarbeitungsmethoden waren nach der Saftpressung die Trocknung bei niedrigen Temperaturen über einen längeren Zeitraum, Gefriertrocknung und Einfrieren des Saftes.  Ziel der Studie war es, die Nährstoffdichte der einzelnen Proben nach Ernte und Verarbeitung zu vergleichen und daraus Rückschlüsse bzgl. der besten Verarbeitungsmethode zu ziehen.

Resultate und Diskussion

Es wurde gezeigt, dass Vitamin C sehr instabil in der basischen Umgebung des Gerstengrases reagiert. Das Vitamin C wurde durch die Enzymaktivität allein schon beim Zerdrücken und Welken des Grases oxidiert. Der Anteil des Polyphenols und der Folsäure sank lt. Studie mit zunehmendem Alter der Pflanze. Es wurde gezeigt,  dass der Kohlenhydratanteil des analysierten Grases je nach Anbauort und Boden variiert, die Pflanzenteile des einen Anbaugebiets wiesen höhere Kohlenhydratanteile (Glucose und Fructose) auf als die des anderen Gebietes. Die gesamte Menge der Aminosäuren verringerte sich im Laufe des Pflanzenwachstums.

Damit Gerstengras als Rohstoff für Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden kann, muss die Speicherung von Nährstoffen während der Verarbeitung gewährleistet sein. Unter anderem können die folgenden Verarbeitungsmethoden verwendet werden: Gefriertrocknung des gepressten Saftes, Einfrieren und Trocknung des gepressten Saftes bei niedrigen Temperaturen (ca 30 Grad). Die daraus erhaltenen Endprodukte wurden dann auf ihre jeweiligen Anteile an Polyphenol, Folsäure, Folat, Antioxidiant- und Enzym-Aktivität verglichen. Die niedrigsten Anteile an Vitalstoffe wurde in dem durch Trocknung verarbeiteten Endprodukt gefunden. Vermutlich ist dieser hohe Verlust auf die längere Sauerstoff- und Wärmeeinstrahlung zurückzuführen. Einfrieren des gepressten Saftes scheint dagegen in Bezug auf die Antioxidiantien und Folate die heikelste Konservierungsmethode zu sein. Gefriertrocknung verursachte einen Verlust von ca. 30% in Hinblick auf Polyphenol, Folat und der Antioxidiant Aktivität.

Fazit

Die Studie liefert wichtige Informationen zu der Verwendung von Gerstengras, bzw. wie Gerstengras als ganz natürliche und einzigartige Quelle für wichtige Vitalstoffe nutzbar ist.  Die entnommenen Proben charakterisieren die jungen Halme der Gerste, angebaut an zwei verschiedenen Standorten und geerntet während drei unterschiedlicher Wachstumsphasen. Die Analyse des Gehalts an Vitamin C, Polyphenol, Folsäure, Einfachzucker, Aminosäuren und und die Bestimmung der Katalase-Aktivität der Proben hat ergeben, dass Gerstengras ein hochwertiges Pflanzenmaterial ist. Dieses sollte durch weitere Studien analysiert und bestätigt werden.

Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass die Höhe der vorhandenen Inhaltsstoffe nach der Verarbeitung sehr von der Wachstumsphase der geernteten Proben abhängt. Das jeweilige Anbaugebiet scheint jedoch weniger wichtig zu sein. Die hohe Saftausbeute nach dem Pressen deutet darauf hin, dass Pressen des Saftes der Verarbeitung ganzer Gerstenpflanzen vorzuziehen ist. Bzgl. der getesteten Verarbeitungsmethoden scheint das Einfrieren die beste Methode, um bestimmte Antioxidantien und Folate zu erhalten. Als zweitbeste Methode wurde die Gefriertrocknung ermittelt. Das langsame Trocknen bei niedrigen Temperaturen scheint dagegen die schlechteste Verarbeitungsmethode zu sein, um die analysierten Vitalstoffe zu erhalten.

 

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